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Die ersten Raketen

"Die Menschheit wird nicht ewig auf der Erde bleiben!"  (Konstantin Ziolkowskij)

Schon in der Han Dynastie (206 v.Chr.-220 n.Chr.), hatten die Alten Chinesen das Schwarzpulver erfunden. Sie mischten die Grundstoffe Holzkohle, Salpeter und Schwefel im richtigen Verhältnis zueinander und hatten damit eine Substanz gefunden, die die Welt verändern würde. Als sie das Schwarzpulver in Röhren taten und anzündeten, flogen sie pfeilschnell davon. Zuerst verwendete man sie als Feuerwerkskörper, aber irgendwann kam ein General auf die Idee, sie an Wurfspeeren und Pfeilen zu befestigen. Natürlich war es ein großer Zufall, wenn ein raketengetriebener Speer oder Pfeil sein Ziel traf; doch die psychologische Wirkung war enorm.

Auch die bemannte Raumfahrt, weiß man, begann schon im Alten China. Der Mandarin Wan Pou lies sich 49 Raketentreibsätze an einen Stuhl montieren, setzte sich hinein, und mit einem Feuerstrahl flog er davon. Da man nie wieder etwas von ihm hörte, konnte der Versuch wissenschaftlich auch nicht ausgewertet werden.

Wan Pou fliegt in die Luft

Bereits gegen Ende des 13. Jh. brachten holländische Seefahrer das erste Pulver aus China nach Europa. Zur gleichen Zeit experimentierte auch der englische Mönch Roger Bacon mit Schwarzpulver. In seinen Aufzeichnungen lesen wir: "...vom Salpeter nehme 7 Teile, 5 vom jungen Haselholz und 5 von Schwefel, und du wirst Donner und Zerstörung hervorrufen wenn du die Kunst kennst." In Deutschland werkelte der fromme Bruder Berthold Schwarz auch an diesem Teufelszeug herum. Eigentlich wollte er Gold herstellen und dabei die Klosterkasse aufbessern. Dabei entdeckte er rein zufällig das Elixier der Hölle. Natürlich erkannten die Militärs sofort den möglichen Nutzen für den nächsten Krieg. Bald gab es keine kriegerische Auseinandersetzung mehr, in dem Schießpulver nicht zum Einsatz kam.

Berthold Schwarz fliegt in die Luft

1379 fand ein bizarres Spektakel statt. Anlässlich des Pfingstfestes wurde ein heiliges Ritual mit einer funkensprühenden Taube gefeiert. Das war schon eindrucksvoll. Ob das arme Täubchen dies lebend überstanden hatte, ist nicht bekannt. Auch der Adel entdeckte das Feuerwerk für sich, und so wurden die Zeiten des Barocks und Rokoko zur wahren Blütezeit für das Feuerwerk. Das waren die ersten Raketen. In den kommenden Jahrhunderten ging die Raketenbastelei so richtig los. 1804 bildete die britische Armee das erste Raketenkorps der Welt. Ihre Geschosse flogen damals schon fast 2 Kilometer weit. Wenn sie dann in ein heranrückendes Heer einschlugen, war die Wirkung verheerend.

Der erste echte Raketenpionier war der Amerikaner Robert Goddard (siehe Abbildung unten). 1926 startete er die erste Rakete der Welt, die mit Flüssigkeitstreibstoff angetrieben wurde. Das war am 16. März 1926. Nach ihm wurde das Goddard Space Flight Center der NASA benannt.

 

Wissen kompakt

  • Schon die Alten Chinesen hatten vor 2.000 Jahren in der Han Dynastie (206v.Chr.- 220 n.Chr.) das Schwarzpulver erfunden. Am Anfang wurde das Pulver nur für Feuerwerksraketen verwendet.
  • In der Sung Zeit (960-1280) kam ein General auf die Idee. an Wurfspeere und Pfeile Treibladungen zu befestigen. Dadurch flogen sie natürlich viel weiter. Die raketenbetriebenen Geschosse erschreckten die angreifenden Feinde sehr.
  • Schon im 13. Jh., also kurz nach der Entdeckung des Seeweges nach Indien durch Vasco da Gama brachten die ersten holländischen Seefahrer das erste Schwarzpulver nach Europa. Zur gleichen Zeit experimentierte auch der englische Mönch Roger Bacon mit Schwarzpulver.
  • In Deutschland versuchte der Franziskanermönch aus Freiburg, Berthold Schwarz, durch Goldmacherei die angespannte finanzielle Situation seines Klosters zu verbessern. Andere Quellen vermuten, dass Felix Hemmelin (1389-1464) aus Zürich, schon vor 1450 das Pulver erfunden habe.
  • Auch Robert Bacon (1246-11294) wird als europäischer Neuentdecker des Pulvers genannt.
  • Die ersten holländischen Seefahrer brachten von ihrer Reise aus dem fernen China das erste Pulver nach Europa.
  • Der erste echte Raketenpionier war der Amerikaner Robert Goddard. Er startete die erste Rakete mit Flüssigtreibstoff auf der Farm seiner Tante Effie in der Nähe von Auburn in Massachusetts. Nach ihm benannte die NASA ihren Weltraumbahnhof - das Goddard Space Flight Center.

© 2010 Alexander von Behaim-Schwartzbach